Begriffe und Schreibweisen

Hier werden möglicherweise unverständliche Begriffe und von uns gewählte Schreibweisen erklärt.

Schreibweisen:

Unterstrich/ Gendergap (wie z.B. in Antifaschst_innen):                                                                                                                            Der Unterstrich kommt aus der Queer-Theory und ist eine Erweiterung des gebräuchlichen Binnen-I (wie z.B. in AntifaschistInnen). Diese Schreibweise dient dazu, der selbstverständlichen Schreibweise der männlichen Form entgegenzuwirken. Außerdem sollen sowohl Menschen, die sich als weiblich* oder männlich* verstehen, sprachlich dargestellt werden, als auch jene, die sich zwischen oder jenseits von diesen Kategorien verorten. (Version 12.03.2018 18:40)

Frau*, Mann*, weiblich*, männlich*:                                                                                          Durch die Verwendung des Sternchens soll daran erinnert werden, dass Geschlecht eine gesellschaftlich konstruierte und keinesfalls natürliche Kategorie ist. Außerdem soll deutlich gemacht werden, dass sich hinter diesen Bezeichnungen viele verschiedene Menschen und Positionen verbergen. Diese Kategoriebezeichnungen werden jedoch trotzdem weiterhin benötigt, um die Wirkmächtigkeit der Konstruktionen zu benennen. (Version 12.03.2018 18:40)

Schwarze Menschen/ Schwarz:                                                                                                 Schwarz ist eine Selbstbezeichnung mit der gemeinsame Erfahrungen von Menschen benennbar gemacht werden. Dabei soll Schwarz nicht die Hautfarbe eines Menschen bezeichnen, sondern die gemeinsame Erfahrung rassistischer Diskriminierung und somit eine soziale Kategorie. Dies soll durch die Großschreibung deutlich gemacht werden. In dieser Weise wird auch der Begriff PoC (People of Colour) genutzt. (Version 12.03.2018 18:41)

Weiß:                                                                                                                                              Durch die Kursivschreibung soll hervorgehoben werden, dass diese Kategorie gesellschaftlich konstruiert ist. Mit der Benennung von weiß soll Weißsein als unsichtbare Norm erkennbar gemacht und dieser Normierung entgegengewirkt werden. (Version 08.10.2016 17:00)

 

Begriffe:

Chauvinismus:                                                                                                                    Chauvinismus ist der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe. Verwendet wird der Begriff zum einen in Bezug auf ein Überlegenheitsgefühl durch die eigene Nationalität in Verbindung mit einem übertriebenen Patriotismus. Außerdem bezeichnet Chauvinismus eine Grundhaltung bei Männern*, die auf einem übersteigertem Selbstbewusstsein beruht und dazu führt, dass Männer* sich als überlegen definieren und Frauen* herab gewürdigt werden.

Dekonstruieren:                                                                                                              Dekonstruktion beschreibt den Abbau von sozialen Konstrukten, die in der Regel als nätürlich angenommen werden. Beispiele dafür wären gesellschaftliche Kategorien wie Geschlecht oder „Rasse“.

Diskriminierung:                                                                                                             Diskriminierung bezeichnet die Herabsetzung, Ausgrenzung und Benachteiligung bestimmter Gruppen aufgrund von bestimmten Wertvorstellungen. Dies geschieht sowohl durch bewusste Handlungen, als auch durch Vorurteile oder Nichtmiteinbeziehen von Menschen. Diskriminierung verläuft immer entlang von Machtverhältnissen.

Emanzipation/ emanzipatorisch:                                                                                        Emanzipation bezeichnet die gesellschaftliche und politische (Selbst-)Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit und Unterdrückung.

Feminismus:                                                                                                                          Feminismus ist eine politische Bewegung, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Emanzipation von Frauen* und anderen sexistisch diskrimnierten Personen einsetzt. Dabei werden Geschlechterhierarchien an sich in Frage gestellt und sich gegen das Patriarchiat, als eine Gesellschaftsform, die auf Männer und Männlichkeit ausgerichtet ist, gewendet.

Intersexuell:                                                                                                                         Intersexuelle sind Menschen, die biologisch nicht eindeutig den Kategorien Mann* und Frau* zugeordnet werden können.

Nationalismus:                                                                                                                                   Als Nationalismus wird eine Weltanschauung bezeichnet, bei der Menschen sich positiv auf die eigene Nation beziehen. In der eigenen Nation sehen Nationalist_innen den optimalen Raum, um ihre Interessen zu verfolgen und gut zu leben. Dementsprechend sehen sie das Wohl der Nation als eine gemeinschaftliche Aufgabe. Diese Gemeinschaft ist eine, die nur im Denken des Nationalisten oder der Nationalistin besteht, ist sie doch in Wahrheit eine Ansammlung von Menschen, die in ständiger Konkurrenz zueinander stehen.

Patriarchat:                                                                                                                                        Ein Patriarchat ist ein gesellschaftliches System, in dem Männer* eine bevorzugte Stellung in der Gesellschaft haben. Ebenso sind soziale Beziehungen, sowie gesellschaftliche Werte und Normen nach „Männlichkeit“ ausgerichtet.

(Rechts)Populismus:                                                                                                            Populismus ist eine Politik, die die politische Lage dramatisiert, um daraufhin mit scheinbar einfachen Lösungen Zustimmung in der Bevölkerung zu erlangen.

Queer:                                                                                                                                                Als queer bezeichnen sich Personen, die – häufig aufgrund ihrer Geschlechtsidentität, ihrer Geschlechterrolle oder ihre Sexualität – von der Norm abweichen. Was queer beinhaltet und was nicht, ist dabei jedoch nicht klar begrenzt.

Queer-Feminismus:                                                                                                                     Queer-Feminismus ist eine Mischform zwischen Feminismus und Queer-Theory. Beide Bewegungen ergänzen und erweitern sich gegenseitig. Dabei wird für Emanzipation und Gleichstellung auch im Bezug auf queere Lebensrealitäten gekämpft. Die Kategorie Geschlecht wird grundsätzlich infrage gestellt.

Die Queer-Theory:                                                                                                                            Die Queer-Theory ist eine Kulturtheorie, die Anfang der 1990er Jahre in den USA entwickelt wurde. Diese untersucht kritisch den Zusammenhang von biologischem Geschlecht (sex), sozialen Geschlechterrollen und Geschlechtsidentitäten (gender), sowie sexuellem Begehren (desire).

Rassismus:                                                                                                                              Rassismus ist eine Diskriminierungsform, bei der PoC aufgrund verschiedener Zuschreibungen als minderwertig dargestellt werden. Dabei wird Gewalt gegen diese und Unterdrückung von diesen versucht durch eine solche Darstellung zu rechtfertigen. Zudem ist Rassismus eine Ideologie, die Menschen versucht in „Rassen“ einzuteilen und diese Kategoriesierung als grundsätzlichen und bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet. „Rassen“ werden dabei nach Wertigkeit einteilt. Wo früher oft biologistische „Argumente“ her hielten wird sich heute oft auf „Kulturen“ berufen. Diese werden allerdings als festgeschrieben angesehen. Das heißt, Rassist_innen argumentieren, dass Menschen nicht in der Lage seinen, sich aus ihren Kulturen zu lösen. Sie begreifen Kultur nicht als etwas sich ständig Veränderndes, das durch viele Faktoren bestimmt wird.

Reproduzieren:                                                                                                              Gesellschaftliche Verhältnisse durch Handlungen (bewusste wie unbewusste) und Denkweisen wiederherstellen und aufrechterhalten.

Sexismus:                                                                                                                             Bezeichnung für alle Formen der Unterdrückung und der Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.
Jegliche Handlung und Denkweise, die zur Erhaltung des Patriarchats beiträgt.

Sexualisierte Gewalt:                                                                                                                   Gewalt die durch sexuelle Handlungen ausgeübt wird. Dies beinhaltet alle sexuellen Handlungen die gegen den Willen einer Person stattfinden.

Sozialisiert (weiblich/männlich):                                                                                                                           Mit Sozialisation ist die Art und Weise gemeint, wie wir durch unsere Umwelt (Eltern, Lehrer_innen, Freund_innen usw.) beeinflusst werden, in Bezug auf unser Verhalten, Denken und unser Selbstbild. In unserer Gesellschaft wird man entweder als „Mann*“ oder als „Frau*“ erzogen. Diese Erziehung ist nicht unbedingt aktiv hat aber einen Einfluss auf Menschen. Männlich sozialisiert sind jene, die als Mann* leben/ sozialisiert wurden/ gesehen werden, weiblich sozialisiert jene, die als Frau* leben/ sozialisiert wurden/ gesehen werden. Diese Bezeichnungen können wichtig sein, wenn über gesellschaftliche Verhältnisse gesprochen wird.

Transgender:                                                                                                                        Bezeichnung für Menschen, die sich außerhalb der Kategorien männlich* und weiblich* definieren.

Transsexuell:                                                                                                                       Bezeichnung für Menschen, bei denen das biologische (sex) und soziale Geschlecht (gender) nicht übereinstimmt.

Triggern:                                                                                                                                  Triggern“ bedeutet auslösen. Wenn eine Person „getriggert“ wird, wird sie durch eine aktuelle Situation in eine vergangene (häufig traumatische) zurückversetzt (Flashback). Dementprechend ist das getriggert werden sehr unangenehm und kann auch längerfristige Folgen nach sich ziehen. Dinge, die Menschen triggern, können sehr unterschiedlich sein. Es kann etwas etwas Gesehenes, Gehörtes oder auch ein bestimmter Geruch oder eine Berührung sein.

Völkisch:                                                                                                                                            Als völkisch bezeichnet wird eine Idee, die Menschen in unterschiedliche Völker unterteilt, die jeweils in sich geschlossene ethnische Gruppen umfassen. In so einem Denken wird davon ausgegangen, es gäbe verschiedene Völker, deren Kultur unveränderbar festgeschrieben sei.