Begriffe und Schreibweisen

Hier werden möglicherweise unverständliche Begriffe und von uns gewählte Schreibweisen erklärt und begründet.

Schreibweisen:

Unterstrich/ Gendergap (wie z.B. in Antifaschst_innen):

Der Unterstrich kommt aus der Queer Theory und ist eine Erweiterung des gebräuchlichen Binnen-I (wie z.B. in AntifaschistInnen). Diese Schreibweise dient dazu der selbstverständlichen Schreibweise der männlichen Form entgegenzuwirken. Außerdem sollen sowohl Menschen, die sich als weiblich* oder männlich* verstehen, sprachlich dargestellt werden, als auch jene, die sich zwischen oder jenseits von diesen Kategorien verorten. (Version 08.10.2016 17:00)

Frau*, Mann*, weiblich*, männlich*:

Durch die Verwendung des Sternchens soll daran erinnert werden, dass Geschlecht eine gesellschaftlich konstruierte Kategorie ist und keinesfalls natürlich. Außerdem soll deutlich gemacht werden, dass sich hinter diesen Bezeichnungen viele verschiedene Menschen und Positionen verbergen. Diese Kategoriebezeichnungen werden jedoch trotzdem weiterhin benötigt, um die Wirkmächtigkeit der Konstruktionen zu benennen. (Version 08.10.2016 17:00)

Weiß:

Durch die Kursivschreibung soll hervorgehoben werden, dass diese Kategorie gesellschaftlich konstruiert ist. Mit der Benennung von weiß soll Weißsein als unsichtbare gesetzte Norm erkennbar gemacht und dieser Normierung entgegengewirkt werden. (Version 08.10.2016 17:00)

Schwarze Menschen/ Schwarz:

Schwarz ist eine Selbstbezeichnung mit der gemeinsame Erfahrungen von Menschen benennbar gemacht werden. Dabei soll Schwarz nicht die Hautfarbe eines Menschen bezeichnen, sondern die gemeinsame Erfahrung rassistischer Diskriminierung und somit eine soziale Kategorie. Dies soll durch die Großschreibung deutlich gemacht werden. (Version 08.10.2016 17:00)

Begriffe:

Chauvinismus:                                                                                                                 Chauvinismus ist der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe. Er bezeichnet oftmals eine Grundhaltung von Männern, die auf übersteigertem Selbstbewusstsein beruht und dazu führt, dass Frauen herab gewürdigt werden und gesellschaftliche Nachteile erleiden. Außerdem äußert sich dies in übertrieben männlichem Verhalten. Es gibt überdies noch andere Formen das Chauvinismus wie z.B. den Kulturchauvinismus

Dekonstruieren:                                                                                                             Dekonstruktion beschreibt den Abbau von sozialen Konstrukten, die in der Regel als Nätürlichkeiten gesehen werden. Beispiele dafür wären gesellschaftliche Kategorien wie Geschlecht oder „Rasse“

Diskriminierung:                                                                                                           Bezeichnet die Herabsetzung, Ausgrenzung, Benachteiligung bestimmter Gruppen aufgrund von bestimmten Wertvorstellungen. Dies geschieht sowohl durch bewusste Handlungen, als auch durch Vorurteile oder Nichtmiteinbeziehen von Menschen. Diskriminierung verläuft immer entlang von Machtverhältnissen.

Emanzipation/ emanzipatorisch: Emanzipation bezeichnet die gesellschaftliche und politische (Selbst-)Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit.

Feminismus: Feminismus ist eine politische Bewegung, die für Gleichstellung der Geschlechter, die Emanzipation von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt. Geschlechterverhältnisse an sich werden in Frage gestellt. Weiterhin wird sich gegen das Patriarchiat, als eine Gesellschaftsform, die auf Männer und Männlichkeit ausgerichtet ist, gewandt.

Intersexuell:                                                                                                                       Bezeichnung für Menschen, die körperlich schwer den Kategorien Mann* und Frau* zuzuordnen sind.

Nationalismus:                                                                                                                           Als Nationalismus wird eine Weltanschauung bezeichnet, bei der Menschen sich positiv auf die eigene Nation beziehen. In der eigen Nation sehen Nationalist_innen den optimalen Raum um ihre Interessen zu verfolgen und gut zu leben. Dementsprechend sehen sie das Wohl der Nation als eine gemeinschaftliche Aufgabe. Diese Gemeinschaft ist eine, die nur im Denken des_der Nationalist_in zu einer wird, ist sie doch in Wahrheit eine Ansammlung von Menschen, die in ständiger Konkurrenz zueinander stehen.

Patriarchat/ patriarchal: Gesellschaftliches System, in dem der Mann* eine bevorzugte Stellung in der Gesellschaft hat. Ebenso sind soziale Beziehungen, sowie gesellschaftliche Werte und Normen nach „Männlichkeit“ ausgerichtet.

(Rechts)Populismus: Populismus ist eine Politik, die die politische Lage dramatisiert, um daraufhin mit scheinbar einfachen Lösungen Zustimmung in der Bevölkerung zu erlangen.

Queer:                                                                                                                                         Dinge, Handlungen oder Personen, die von der Norm abweichen. Dies bezieht sich häufig auf Geschlechterrollen und Sexualität. Jedoch ist für den Begriff bezeichnend, dass nicht klar definiert ist, was queer beinhaltet.

Queer-Feminismus: Mischform zwischen Feminismus und Queer-Theory. Beide Bewegungen ergänzen und erweitern sich gegenseitig. Dabei wird für Emanzipation und Gleichstellung auch im Bezug auf queere Lebensrealitäten gekämpft. Die Kategorie Geschlecht wird grundsätzlich infrage gestellt.

Die Queer-Theory: Die Queer-Theory ist eine Kulturtheorie, die Anfang der 1990er Jahre in den USA entwickelt wurde. Diese untersucht kritisch den Zusammenhang von biologischem Geschlecht (engl. sex), sozialen Geschlechterrollen (engl. gender) und sexuellem Begehren (engl. desire).

Rassismus:                                                                                                                      Diskriminierungsform, bei der Menschen aufgrund verschiedener Zuschreibungen wie z.B. Hautfarbe, als minderwertig dargestellt werden. Zudem ist Rassismus eine Ideologie, die „Rasse“ als grundsätzlichen und bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet und Rassen nach Wertigkeit einteilt. Wo früher oft biologistische „Argumente“ her hielten wird sich heute oft auf „Kulturen“ berufen. Diese werden allerdings als festgeschrieben angesehen. Das heißt, dass Rassist_innen argumentieren, dass Menschen nicht in der Lage seinen, sich aus ihren Kulturen zu lösen. Sie begreifen Kultur nicht als etwas sich ständig Veränderndes, das durch viele Faktoren bestimmt wird.

Reproduzieren:                                                                                                                     Gesellschaftliche Verhältnisse durch Handlungen, Bewusste wie Unbewusste(vor allem Sprache) und Denkweisen immer wiederherstellen.

Sexismus:                                                                                                                          Bezeichnung für alle Formen der Unterdrückung und der Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit.
Jegliche Handlung und Denkweise, die zur Erhaltung des Patriarchats beiträgt.

Sexualisierte Gewalt: Gewalt die durch sexuelle Handlungen ausgeübt wird. Dies beinhaltet alle sexuellen Handlungen (diese können verbal wie nonverbal stattfinden) die gegen den Willen einer Person stattfinden. Dabei geht es nicht um die reine Befriedigung eines sexuellen Bedürfnisses sondern es ist immer eine Ausübung von Macht.

Sozialisiert(weiblich/männlich): In unserer Gesellschaft wird man entweder als „Mann“ oder als „Frau“ erzogen. Diese Erziehung ist nicht unbedingt aktiv.

Transgender:                                                                                                                            Bezeichnung für Menschen, die sich nicht als männlich* oder weiblich* definieren. Außerdem Begriff für das Überschreiten von zwei-geschlechtlichen Grenzen.

Transsexuell:                                                                                                                             Bezeichnung für Menschen, bei denen das biologische (engl. sex) und soziale Geschlecht (engl. gender) nicht übereinstimmt.

Triggern:                                                                                                                                 Triggern“ bedeutet auslösen. Wenn eine Person „getriggert“ wird, wird sie durch eine aktuelle Situation in eine Vergangene zurückversetzt. In der Regel wird sie in eine für sie traumatische Situation versetzt. Dementprechend ist das getriggert werden sehr unangenehm und kann auch längerfristige Folgen nach sich ziehen. Dinge, die Menschen triggern können sehr unterschiedlich sein. Es kann etwas etwas Gesehenes, Gehörtes oder auch ein bestimmter Geruch, sowie eine Berührung sein. Die Liste ließe sich nahezu endlos weiterführen. Dieser Vorgang kann sowohl bewusst wie unbewusst stattfinden.
Bei Menschen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben entstehen häufig Trigger.

Völkisch:                                                                                                                                         Als Völkisch bezeichnet wird eine Idee, die die Menschen in unterschiedliche Völker unterteilt, die jeweils in sich geschlossene ethnische Gruppen bezeichnen. Es wird davon ausgegangen, es gäbe verschiedene Völker, deren Kultur unveränderbar festgeschrieben sei.