Selbstverständnis

Selbstverständnis der Emanzipatorischen Antifa Oldenburg.

Wie sind eine Gruppe aktiver Menschen die sich an dem klassischen Antifaschismus orientieren, wobei „Antifaschismus“ für uns, wie für viele Andere auch, mehr bedeutet, als der bloße Kampf gegen Nazis. Es geht uns um mehr. Wir stellen die Welt, in der wir leben generell in Frage und kritisieren dabei jegliche Formen von Herrschaft, Diskriminierung und Ausbeutung, wie beispielsweise Rassismus, Sexismus, Antisemitismus sowie die kapitalistische Produktionsweise und die Verhältnisse, die diese schafft.
Auch wenn wir uns grob im Linksradikalen Bereich sehen, fällt es schwer unsere unterschiedlichen Positionen als eine klare politische Linie zusammenzufassen.Unsere Tätigkeiten,Wünsche, Dialoge und Bestrebungen sind so vielfältig und individuell, wie die Gruppenmitglieder selbst. Dennoch gibt es Hauptbestrebungen, die von allen Mitgliedern gleichermaßen getragen und umgesetzt werden. Wir halten es für sinnvoll, diese mit Schlagworten zu benennen:

Antikapitalistisch, antirassistisch, antisexistisch, antifaschistisch, emanzipatorisch, pro-feministisch und weiterhin sind wir für eine Welt ohne Antisemitismus.
Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der ein gutes Leben für Alle möglich ist. Dies ist aber momentan nicht für Alle der Fall. Die Schuld dafür sehen wir nicht bei einzelnen Personen, Firmen oder Banken, sondern in den konkurenzschaffenden, kapitalistischen Strukturen, denen wir Alle gleichermaßen unterworfen sind.Deshalb gilt es, diese Strukturen zu analysieren, zu verstehen und zu ändern. Denn der Kapitalismus geht immer mit einer Klassengesellschaft, Diskriminierung und der Erhaltung von Macht und Unterdrückungsmechanismen einher. Daher ist, um ein gutes Leben für Alle zu schaffen, die Überwindung des Kapitalismus nötig.

Als Gegenentwurf stellen wir uns eine Gesellschaft ohne Herrschaftsstrukturen vor, in der auch die oben genannten Machtverhältnisse aufgelöst werden müssen. Dazu bedarf es einer Analyse dieser, da Diskriminierungsmechanismen zuerst verstanden werden müssen, um sie abbauen zu können.Wir sind uns bewusst, dass diese Machtverhältnisse und Denkmuster auch bei uns wirkmächtig sind, da wir Teil der Gesellschaft sind. Zudem sind wir weitestgehend privilegiert und von rassistischer Diskriminierung nicht betroffen. Dies ist eine Perspektive die uns in unserer politischen Arbeit fehlt. Deshalb bemühen wir uns, unser Denken und Verhalten zu reflektieren um Machtverhältnisse nicht immer neu zu (re-)produzieren.

Zu unserer Arbeitsweise:

Wir arbeiten nach dem Konsensprinzip. Unsere Idee von einem besseren Leben beinhaltet auf alle Fälle größtmögliche Selbstbestimmung. Das bedeutet, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Das wollen wir für unsere Gruppe verwirklichen.

Wir haben uns bisher auf keine Aktionsform geeinigt. Dementsprechend gilt: Wenn sich alle damit gut fühlen, sind uns in diesem Bereich keine Grenzen gesetzt.

Wir agieren autonom, dass bedeutet, wir unterstehen keiner weiteren Gruppe oder einem Verein und schon gar nicht dem Staat.